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Frisch an die Arbeit

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  • Frisch an die Arbeit

    Haben Sie schon mal Ihren Einsatz verpasst, Michael Leopold?

    2026-04-07 | 40 mins.
    "Mein Job kann körperlich sehr anstrengend sein", sagt Michael Leopold
    im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Schlagzeuger bei den Münchner
    Philharmonikern und braucht für das Spielen von Trommeln, Becken,
    Donnerblechen oder Gongs viel Kraft und muss oft lange stehen. "Dafür
    ist es auf der anderen Seite auch ganz entspannt", fügt er hinzu. Zum
    Beispiel, wenn bei der 7. Sinfonie von Bruckner nur ein einziger Schlag
    im ganzen Stück anstehe. Den dürfe man dann allerdings auf keinen Fall
    verpassen, "das wäre sonst sehr peinlich".
     

    Seit fast zehn Jahren spielt der 35-Jährige verschiedene
    Perkussionsinstrumente bei den Philharmonikern. Oft sitzen bei den
    Konzerten mehr als 100 seiner Musikerkollegen auf der Bühne. Die
    Hierarchien seien dabei klar geregelt. "Die Chefs sind die ersten Geiger
    und der Dirigent, bei den Rhythmusinstrumenten hinten gibt auch der
    Paukist den Ton an", sagt Leopold. Mit den Bläsern kämen Schlagzeuger
    wie
    er besonders gut klar, "denn die haben oft denselben Hintergrund. Die
    meisten haben wie wir in kleinen Blaskapellen auf dem Land angefangen
    und sind dann erst zur klassischen Musik gewechselt."

    Er selbst habe erst gar nicht gewusst, dass er die Musik zum Beruf
    machen wollte, fast wäre er Profi-Fußballer geworden. Aber dann verlief
    sein Weg recht geradlinig über sein Studium an der Musikhochschule
    München und viele Stationen an Theatern, Orchestern und der
    renommierten Akademie der Philharmoniker. "Ich bin sehr dankbar, dass
    ich so ein Glück hatte", sagt Leopold.

    Von allen Stücken möge er die Sinfonien von Gustav Mahler am liebsten,
    da er als Schlagzeuger da viel zum Einsatz komme. Auch an eher
    unscheinbaren Instrumenten. "Es macht einen Unterschied, wie man zum
    Beispiel Triangel spielt", sagt er. "Man kann schon eine kleine
    Wissenschaft daraus machen: Wo klingt dieses Dreieck am schönsten, wo
    sind die Obertöne am klarsten." 

    Im Podcast erzählt Leopold, welche Pannen er auf der Bühne schon mal
    erlebt hat, warum er nebenbei immer noch sehr gerne in
    Oktoberfest-Kapellen spielt und wie er junge Leute für klassische Musik
    begeistern will.
     

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  • Frisch an die Arbeit

    Was bedeutet es, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, Frau Baier?

    2026-03-24 | 46 mins.
    "Seit 2003 ist die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche
    durchführen, fast auf die Hälfte zurückgegangen“, sagt die Gynäkologin
    Alicia Baier im Podcast Frisch an die Arbeit. Dabei gebe es
    grundsätzlich genug medizinische Infrastruktur. "Aber zu viele Praxen
    und Krankenhäuser entziehen sich der Versorgung.“

    Baier, 34, stammt aus Heidelberg und hat ihr Medizinstudium ursprünglich
    begonnen, um Psychiaterin zu werden. Wegen der politischen Debatte um
    das deutsche Abtreibungsrecht entschied sie sich aber für die
    Gynäkologie als Fachgebiet. 

    Dass viele Ärztinnen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr anbieten, hat
    aus Baiers Sicht mehrere Gründe: "Es ist ein stigmatisiertes Thema und
    der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der
    im Strafgesetzbuch steht“, sagt sie. Für Ärztinnen könne das
    weitreichende Folgen haben: "Wenn man Fehler macht, droht im schlimmsten
    Fall nicht nur ein Berufsverfahren, sondern eine Haftstrafe.“

    Medizinisch sei ein Schwangerschaftsabbruch wenig kompliziert. "Das ist
    ein sehr sicherer und einfach durchzuführender Eingriff“, sagt Baier.

    Um die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern, gründete Baier
    schon während des Studiums eine studentische NGO, die sich für das Recht
    auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzt. Heute
    ist Baier Vorsitzende der Gruppe Doctors for Choice.

    Dieses Engagement habe allerdings auch persönliche Konsequenzen, erzählt
    sie. "Ich habe oft Anfeindungen erlebt“, sagt Baier. Im Internet gebe es
    Seiten, auf denen Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen,
    öffentlich angegriffen würden. "Da werden Bilder mit blutigen Händen
    verbreitet und man wird als Mörderin bezeichnet“, berichtet die Ärztin.
    Sie sei auch schon mehrmals von radikalen, meist
    fundamentalistisch-christlichen Aktivisten angezeigt worden.

    Von ihren Patientinnen hört Baier hingegen einen Satz besonders oft.
    "Danke, dass Sie so nett zu mir waren.” Baier findet es erschreckend,
    dass sich Frauen dafür bedanken, anständig behandelt zu werden. "Im
    medizinischen Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein",
    sagt sie. 

    Im Podcast erzählt Baier außerdem, wie viel liberaler
    Schwangerschaftsabbrüche in den meisten anderen europäischen Ländern
    geregelt sind, warum 80 Prozent der Menschen in Deutschland für ein
    weniger restriktives Abtreibungsrecht sind und weshalb sich politisch
    dennoch so wenig tut.

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  • Frisch an die Arbeit

    Wovor ekelt sich ein Müllmann, Jörg Möller?

    2026-03-10 | 32 mins.
    "Man schafft diesen körperlich anstrengenden Job nur, wenn man dabei
    lachen kann", sagt Jörg Möller im Podcast Frisch an die Arbeit. Als
    Müllmann bei der Berliner Stadtreinigung fährt er vormittags mit seinen
    Kollegen und einem Lkw durch die Hauptstadt und sammelt den Restmüll
    ein. 

    Möller, 37, hat jahrelang als Handwerker gearbeitet, meistens musste er
    Dächer reparieren. Mit Anfang 30 wechselte er zur Berliner
    Stadtreinigung, wo er schon als Kind immer arbeiten wollte. Sein Vater
    war auch schon Müllmann. "Er war immer mein Held, weil er ein großes,
    oranges Auto fahren durfte", sagt Möller. Auch sein Bruder arbeitet als
    Müllmann, manchmal fährt Möller mit ihm auf einer Tour, dann holen sie
    gemeinsam die Tonnen aus den Hinterhöfen. 

    Möller gehe jeden Morgen gerne zur Frühschicht, erzählt er. Die meisten
    Menschen würden sich für seine Arbeit bedanken, wenn sie ihm in seiner
    Schutzkleidung begegnen. "Viele lächeln mich einfach nur an. Auch das
    hilft mir schon dabei, den Job jeden Tag durchzuziehen." Wütend mache
    ihn nur, wenn Autofahrer laut hupen, weil der Müllwagen kurz die Straße
    blockiert oder ihn fast umfahren. "Ich ärgere mich dann kurz, weil ich
    mal wieder drei Minuten meiner Lebenszeit an jemanden verschwendet habe,
    der einfach nicht versteht, dass ich nur meine Arbeit mache."

    Im Podcast erzählt Möller auch über Ratten, die aus den Mülltonnen
    springen, warum Teddybären an seinem Lkw hängen und wie er sich von
    seiner anstrengenden Arbeit erholt.

     

     

     

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  • Frisch an die Arbeit

    Welche veganen Gerichte machten dich berühmt, Julius Fiedler?

    2026-02-24 | 46 mins.
    "Veganes Essen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, es wurde nur nie
    so genannt", sagt der Kochbuchautor Julius Fiedler im Podcast "Frisch an
    die Arbeit". "Fleisch, Fisch und Milch waren schließlich schon immer
    teuer."

    Fiedler, 31, wuchs in der Nähe von Düsseldorf auf und studierte Film in
    London. Für seine Abschlussarbeit filmte er eine Dokumentation über
    Cheddar in einer englischen Käserei und begegnete dort zufällig dem
    Filmteam von Jamie Oliver. Eine Begegnung, die seine Karriere verändern
    sollte, denn kurze Zeit später begann er als Produktionsassistent bei
    Jamie Olivers Produktionsfirma.

    Selbst bekannt wurde Fiedler dann unter dem Alias @herrmann während der
    Coronapandemie mit Sauerteig-Backkursen und Rezeptvideos. Seitdem
    verfolgen 2,5 Millionen Menschen auf Instagram und nochmals jeweils eine
    Million auf TikTok und YouTube, wie er vegane Gerichte aus aller Welt
    ausprobiert. 

    "Ich wollte mich vegan ernähren, ohne auf hoch verarbeitete Produkte
    zurückzugreifen oder mich ausschließlich von Soja zu ernähren", erzählt
    Fiedler. Dabei stieß er zunächst auf ein altes Rezept aus Myanmar, für
    eine Art Tofu aus Kichererbsen. "Dabei fiel mir auf: Dort sagt keiner,
    dass das vegan ist. Das ist einfach traditionelles Essen!"

    Auch in anderen Ländern sammelte Fiedler solche überlieferten tierfreien
    Gerichte. "Wenn man sich in Italien die Cucina povera anguckt, dann
    findet man unglaublich vieles", erzählt er. Gerichte wie Ribollita, ein
    Eintopf aus altem Brot, Bohnen und vorgekochtem Gemüse, seien günstig
    und vegan zugleich. "Das war ein absolutes Armutsgericht und trotzdem
    super nahrhaft."

    Mittlerweile reist Fiedler in die Regionen, aus denen die Rezepte
    stammen, und stellt auch die Menschen vor, die ihm erklären, wie diese
    gekocht werden. "Mir war wichtig, Essen als Kulturgut zu begreifen",
    sagt Fiedler. "Ich möchte verstehen, warum diese Gerichte sind, wie sie
    sind, und warum die konkreten Zutaten wichtig sind."

    Im Podcast erzählt Fiedler außerdem, warum er sich gerade besonders für
    georgisches Essen begeistert, dass Gerichte in heißen Ländern oft und
    notgedrungen tierfrei sind und was man vom schwäbischen Kartoffelsalat
    über traditionell veganes Essen aus Deutschland lernen kann.

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  • Frisch an die Arbeit

    Wie gefährlich ist Fliegen wirklich, Julia Peukert?

    2026-02-10 | 43 mins.
    "In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert im
    Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber
    nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum
    Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich egal,
    aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich faszinierend". 

    Peukert beschloss, sich an einer Flugschule für die Ausbildung zur
    Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in Mathe und Physik sein, eine
    schnelle Auffassungsgabe haben und sehr stressresistent sein", erzählt
    sie. Nach einem komplizierten Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten
    Anlauf genommen. Heute ist sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf
    als "absoluten Traumjob". 

    Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den Globus. Von ihrer
    Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für die Lufthansa-Tochter
    Discover Airlines mit großen Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas
    oder Mombasa an. Sie mag vor allem Flughäfen, die unter Piloten als
    anspruchsvoll gelten, weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben
    oder in Bergregionen liegen. 

    "In Innsbruck erreichst du die Landebahn erst nach einer Art geführtem
    Sturzflug", erzählt sie. Für solche Herausforderungen brauchen die
    Pilotinnen und Piloten eine Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert.

    Zuerst sei Fliegen aber eine Teamleistung, sagt sie. Die
    Flugbegleiterinnen, das Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im
    Tower und die Besatzung im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man
    muss schon ein besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das
    vereint uns alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr
    Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die meisten
    nicht drin.

    Peukert ist manchmal mehrere Tage hintereinander unterwegs, dafür aber
    auch mal eine ganze Woche bei ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat
    zwei Kinder. Für sie funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es
    schade, dass sich nur so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt
    sie.

    Im Podcast erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit
    dummen Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und
    wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte. 

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Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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